Neuer Auftrieb für Metoo

Die Teil-Veröffentlichung von Millionen Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein durch das US-Justizministerium haben einen Mädchenhändlerring unter Milliardären zu tage gefördert, in den führende Politiker in den USA und Europa verwickelt waren. Dieser Skandal könnte sogar dem amtierenden US-Präsident Donald Trump (Republikaner) und Ex-Präsident Bill Clinton (Demokraten) gefährlich werden.

Spannend für die Musikszene ist hier erstens die Freundschaft zwischen dem Topkapitalisten Epstein und dem Kapitalismuskritiker Noam Chomsky. Letzterer war auch ein Fixstern für viele amerikanische Musiker, wie etwa die Kampagne The Noam Chomsky Music Project von 2021 zeigte. Ihm waren die bewiesenen Verbrechen Epsteins an Frauen und Minderjährigen offenbar nicht nur egal, sondern nannte die #Metoo-Bewegung altsexistisch eine „Hysterie“.

Zweitens war unter den Superreichen, mit denen Epstein bekannt war, natürlich auch Poplegende MICHAEL JACKSON. Für dessen Clan, der mit dem Biopic Michael, das am 24. April in die Kinos kommt, bereits auf eine Entspannung beim Missbrauchsthema hoffte, kommen neue Vorwürfe zu Unzeiten. Ausgerechnet die Familie Cascio, die Jackson jahrzehntelang unterstützte und verteidigte, klagt nun wegen Missbrauch ihrer vier Kinder sowie Kinderhandel. Dieser Meinungsumschwung wurde nicht nur durch Therapien, sondern auch durch die Doku Leaving Neverland (2019) der beiden mutmaßlichen Opfer Wade Robson und James Safechuck ausgelöst, die 2023 einen juristischen Teilsieg errangen. Auch deren Fälle könnten neu aufgerollt werden.

Ein neuer #Metoo-Fall erschütterte im vergangenen Herbst die USA: Im September 2025 wurde die zerstückelte Leiche der 14-Jährigen Celeste im Kofferraum eines Teslas in Los Angeles gefunden. Der Wagen gehörte dem 20-jährigen Sänger D4VD, der seit Jahren laut Gerüchten mit der Minderjährigen in einer Beziehung war. Fans durchwühlten das Netz sowie seine Songtexte nach Spuren und fanden jede Menge Indizien. D4VD thematisiert in Songs und Videos immer wieder Mordfantasien. So singt er in „Celeste“: „Be my valentine. I wanna make Cupid suicidal“ und in „Romantic Homocide“: „In the back of my mind, you died and I didn’t even cry. No, not a single tear.“ Im dazugehörigen Video trägt er ein blutiges Messer vor einer blutigen Frauenleiche. Der Sänger könnte ein Mord- und vielleicht auch Missbrauchsprozess drohen. Das Mädchen war bereits im April 2024 von zuhause ausgerissen.

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